mein leben..

 Seit meiner Kindheit liebe ich es Dinge zu erforschen und neue Räume zu betreten.

Ich war ein sehr neugieriges Kind und behielt mir diese Neugier bis zum heutigen Zeitpunkt bei. Neugier brachte und bringt mich immer wieder an meine Grenzen. Durch das berühren dieser Grenzen bemerkte ich, dass sich diese immer wieder ausdehnen können und ich mich beliebig ausdehnen kann.

 

Schon immer suchte ich Antworten auf grosse Lebensfragen, dem Warum - warum wir da sind, was ist Sinn und Bestimmung unseres Daseins und wieso ich so, wie ich bin. Ich habe noch nie irgendwo so richtig "reingepasst", eckte schon früh in der Gesellschaft immer wieder an und verstand nie richtig weshalb. So habe ich lange Zeit gedacht, dass es für mein Wesen keinen Platz gibt in dieser Welt und orientierte mich im Aussen, an Anderen, welche anscheinend wussten, wie das Leben zu funktionieren hat, welchen Regeln ich zu folgen habe.. und wurde immer trauriger, verwirrter und verzweifelter, entfremdete mich komplett von meiner Individualität.

In der Philosophie des Yogas fand ich dann mögliche Antworten auf meine Fragen ans Leben. In der transpersonalen Psychotherapie Antworten auf mein "Anders-Sein".

Mit einem Vater, welcher durch seine Indien Reisen sich einen offenen Geist bewahrte, bestärkte meine Schwester und mich immer wieder, nicht auf die Meinungen von Aussen über Lebensstil und Lebensansicht, zu horchen. Und doch war lange Zeit der Druck von Aussen zu gross, um in dieser Angebundenheit und im Vertrauen zu bleiben.

 

Durch die daraus folgende erste grössere persönliche Lebenskrise landete ich in Davos, wo mir die Berge wieder Stabilität und Halt gaben.. das war mit 20 Jahren und ich blieb für die nächsten 13. Dort arbeitete ich mehrheitlich in Führungspositionen vom Buchhandel. Die Literatur, die Poesie, die Sprache sind mein Medium zum Selbstausdruck.

Yoga und Meditation kam in seiner physischen Form in Davos dazu. Ich wollte mehr erfahren über diese Techniken, welche mir so gut taten und widmete mich 4.5 Jahre intensiven Yoga Studiums, um meinen Geist und die menschliche Psyche zu erforschen.

Die Mediation schenkt mir innere Ruhe, wenn es sich in mir nach Unruhe anfühlt. Der klassische Yoga lässt mich immer wieder über den Köper in die Selbstbeobachtung gehen, ist mein Anker, meine stabile Basis.  Da ich zuhause bin im klassischen Hatha Yoga, welcher zum Ziel hat, durch das Selbststudium innere Freiheit zu erlangen, liebe ich das lange verweilen in gewissen Stellungen.

Aushalten können, nicht davon rennen, beobachten der Körperempfindungen, des Atems, des inneren Dialoges, die grösstmögliche Präsenz und Achtsamkeit für den Moment - das Hier & Jetzt aufzubringen und meinen Geist zu schulen und zu erkennen, in welchen Mustern ich noch verstrickt bin.

 

Die klassischen "Dogmas" der Yoga Philosophie entsprechen nicht meinem freien Wesen. Ich bin der Meinung, das Dogmas einschränken.. aus den Yoga Sutras von Patanjali ist mir wichtig, dass ich diese ethischen Grundregeln spielerisch anschaue und aus einer inneren Lösung Lebenshaltungen erleben kann. Zwang scheint mir nicht der richtige Weg zu sein.

So formte sich aus mir heraus "mein Yoga" - eine Mischung aus klassischem Hatha Yoga, Theravada Buddhismus, schamanischen Elementen, der östlichen Philosophie, der westlichen Psychotherapie und eigenen Erkenntnissen hindurch und hinaus aus schwierigen Lebensabschnitten. Mein Yoga ist wie er ist, frei und transformierend.

 

Ich bin schon mein halbes Leben intensiv mit mir unterwegs, tauchte in die Tiefe meiner Seele, erforschte den Grund, drehte Stein um Stein um, erschrak ab dem was sich in den dunklen Ecken versteckte, holte viele Dinge ans Licht, integrierte, reflektierte und erkannte, dass alles bei mir selbst anfängt. Die äussren Umstände zeigen meinen inneren Zustand. Ich erklomm Berge und Wipfel, schrie in die Weite, und sprang immer wieder über meine Angst. Zitterte, weinte und lachte, ganz nach dem Motto "wenn ich Angst verspüre, will ich genau hindurch gehen um mich zu befreien."

Selbstermächtigung, Selbstbestimmung und Verantwortung übernehmen für mein Leben, das will ich immer wieder und schrecke nicht zurück zu reflektieren, wenn von Aussen her getriggert wird. Ich will mich erkennen, lieben und vollumfänglich leben.

Ausdruckstanzen, besonders den 5 Rhytmen Tanz, das Ausdrucksmalen, das arbeiten mit Ton sind für mich wichtige Beschäftigungen. Gute Gespräche mit Menschen, welche schon lange Zeit mit mir unterwegs sind, ehrliche Menschen, authentische Menschen, reflektierte und achtsame Begegnungen - das will ich. 

 

Nach 13 Jahren Davos, liess ich meinen Job los, meine aufgebauten Yoga Stunden, mein Lebenskonstrukt, welches sich zu eng anfühlte nach den durchwanderten Prozessen. Wollte meinem Fühlen Raum geben, zurückzukehren zu meinen Wurzeln hier in Kräiligen auf dem Land.

Ein riesiger Transformationsprozess lief an, beschleunigte und ich verlor den Boden, um zu erwachen, um zu erkennen und nun nach zwei Jahren und mit einer Identitätskrise anzukommen - bei mir - klar, voller Kraft, Liebe und Vertrauen ins Leben. Jetzt bin ich in Kontakt - mit mir, mit dem Leben, mit den Menschen um mich. 

 

Ende Jahr 2019 kündigte ich meinen sicheren Job im Buchhandel in Solothurn, weil ich einfach mal vom Yoga vollumfänglich leben wollte. Führe ein Leben ohne Bedauern.. ich will mich selbstverwirklichen, um mein Leben intensiv leben zu können. Immer wieder springen, immer wieder loslassen.. möglichst oft ohne Anhanftung leben, um dieses getragen sein vom Leben zu spüren, im eigenen Körper..

 

Durch dieses Loslassen meines Jobs und natürlich dem geregelten Einkommen, lebe ich zur Zeit von der Hand ins Mund und fühlte mich noch nie so nah bei mir selber wie jetzt. Was bleibt ist die Essenz. 

 

Und wieder gibt mir das Leben, was ich benötige, um weiter zu wachsen und zu reifen.

Ab August 2020 beginne ich ein Praktikum mit u.a. ASS (Autismus-Spektrums-Störung) - / ADHS- Kids im Blumenhaus Buchegg. Nebenbei wird Yoga in diesem Berufspraktikum weiterhin ein Standbein bleiben um mein Überleben zu sichern.

 

So empfinde ich das Leben als ein stetiges Fliessen, ein Mitfliessen. Wach und Präsent. Voller Liebe fürs Leben und die Menschen in ihm.

 

Das gebe ich den YogaTeilnehmerINNEN mit hier in Kräiligen.

Ein präsent werden im eigenen Körper, ein wach werden für die eigenen Prozesse, Bedürfnisse, ein erwachen zum Wesenskern.

Öffne einen Raum, der gestützt wird durch die uralte Tradition des Yogas, ein Verbinden mit meiner Intuition dir die Übungen zu übermitteln, welche sich mir im Moment zeigen.

Die Themen die aufgegriffen werden entstehen im Moment - meine Stunden sind nicht vorbereitet, weil ich nicht im voraus weiss, was für Emotionen im Raum sein werden, welches Bedürfnis da ist.

 

Durch mein langes unterwegs-sein mit Yoga verfüge ich über einen enormen Wissensschatz, der für mich Leidenschaft pur ist. 

Ich bin dankbar.

 

Dankbar, dass ich durch dich so wirken darf, wie ich wirke.